"Es
war einmal . . ." - so beginnt auch dieses Märchen, das wie alle Märchen
typische, allgemein-menschliche Situationen und Schicksale widerspiegelt.
Jeder kann sich darin auf die eine oder andere Weise wiederfinden.
Grundlage der Inszenierung war das Buch "Aschenputtel" von Hildegunde
Wöller in der Reihe "Weisheit im Märchen", erschienen im Kreuz-Verlag,
Stuttgart. Die Inszenierung folgt genau dem Märchen der Brüder
Grimm, doch wurden bestimmte Akzente gesetzt. Das Stück lebt vom Gegensatz
zwischen dem still-frommen Aschenputtel und den kreischend-bösen Schwestern
- dem Schwarz-Weiß von Gut und Böse.
Dazwischen steht die Gestalt des Vaters, der als Vater von Aschenputtel,
Mann der Stiefmutter und Gärtner des Prinzen Beziehungen zu allen
kontrastierenden Elementen hat und zunächst zwischen den Fronten hin-
und hergezerrt erscheint, denn jeder will ihn für seine Zwecke benutzen
: dem Prinzen soll er das schöne Mädchen finden, für seine
Frau soll er es aus dem Palast fernhalten. Doch schließlich erweist
er sich als Bindeglied : er hilft dem Prinzen - und findet seine Tochter.
Ihr paßt der goldene Schuh.
Duch das Bühnenbild und die Anordnung der einzelnen Handlungsplätze
wird das Verhältnis zwischen den handelnden Figuren unaufdringlich
verdeutlicht. Auf der untersten Ebene liegt der Arbeitsplatz Aschenputtels
in der Küche. Eine Stufe höher kommt man zum Grab der Mutter
- Dreh- und Angelpunkt des Geschehens, denn nur über diese Stufe gelangt
man hinauf zum Schloß.
". . . und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute"
- so endet das Märchen, denn Aschenputtels gibts immer : jeder kann
sich mal so fühlen. Und Linsen gibts auch immer . . .