Narcis
und Tulipan
- ein märchenartiges Spiel
  zur Umwelt-Thematik
- für Kinder ab 4 Jahren

Bühne und Figuren : 
Bernhard Wöller, 
Crista Oeffler-Wöller
OPTICAL-Figurenbühne
Dramaturgie :
Hildegunde Wöller, Stuttgart
Regie : Dieter Brunner, Frankfurt

technische Erfordernisse :
Spielfläche mindestens 4,0 x 2,0 m
möglichst auf Podest 60 cm hoch,
lichte Höhe bis zur Decke 2,60 m,
möglichst abgedunkelter Raum.
Aufbau : 2 Stunden 
Abbau  : 1 Stunde
Spieldauer : 60 Minuten


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zum Inhalt :
Narcis möchte groß und stark sein. Vorm Spiegel probiert er aus, wie groß er aussieht, wenn er ganz große Schuhe anzieht und damit noch auf eine Mauer steigt. Aber er hat sich zuviel vorgenommen : er fällt um. Da entdeckt er eine neue Welt, den grünen Park von Puck. Narcis schaut zu, wie Puck in den Bäumen herumhüpft, sich an Büschen und bunten Perlen freut, wie er singt und lacht. Dahin möchte Narcis auch. Aber eine tiefe Schlucht trennt ihn von dem schönen Park. Er muß erst eine Brücke bauen um hinüber zu kommen. Dann staunt er über all die schönen Dinge des Parks bis ihn ein Tier mit großen Hörnern erschreckt. Narcis kämpft mit ihm  - und siegt. Die Hörner nimmt er als Trophäe mit.
Vorm Spiegel stellt er fest, daß er Kraft hat und glaubt nun, daß er alles machen kann. Er geht in den Park und baut eine Fabrik. Ein roter Mantel kennzeichnet ihn als Macher. Nun möchte er auch alles haben. Er hängt sich den gelben Mantel der Habgier um und verarbeitet in seiner Fabrik alles, was er in der Natur findet, um Gold zu kriegen. Er fühlt sich jetzt schon ziemlich groß, aber er will der Größte sein und das viele Geld muß ja verwaltet werden. Deshalb muß auch der letzte Baum im Park fallen und einem Verwaltungsbau Platz machen. Ein schwarzer Mantel ist das Zeichen seiner Macht. Aber mit dem Park hat er auch seine eigene Natur, seine Gesundheit zerstört. Von der Last der Mäntel gebeugt schleppt er sich heim. Auf der Brücke narrt ihn ein Licht aus der Tiefe. In seiner Gier will er auch das noch besitzen - und stürzt ab.
Aus dem Abgrund, in dem Narcis versunken ist, steigt eine rote Zwiebelhexe empor. Puck fürchtet sich nicht vor ihr. Er zeigt ihr, was aus seinem schönen Park geworden ist : eine kahle Welt aus Fabriken und Hochhäusern. Sie weinen miteinander und die Hexe tröstet ihn. Mit ihrer Zauberkraft holt sie nun Narcis aus der Tiefe. Der liegt da wie tot. Sie entreißt ihm den schwarzen Mantel und verwandelt mit ihm das Hochhaus wieder zurück in den großen grünen Baum. Durch ihre Zaubersprüche und den gelben Mantel verschwindet auch das Gold. Büsche und Blumen kehren wieder. Und mit jedem Stück der Natur, das wieder ersteht, verwandelt sich auch die Hexe. Sie wird schöner und schöner, bis sie zur Frau erblüht, zur Tulipan wird. Puck freut sich. Er tanzt und verhilft dem Tier zu neuem Leben.
Erst jetzt wacht Narcis auf wie aus einem bösen Traum. Er wollte alles machen, alles haben, nur um jemand zu sein. Am Ende aber war er nichts, war krank und stürzte in die Tiefe. Nun erst, nachdem er alles wieder hergegeben, was er so gierig an sich gerissen hatte, fühlt er, daß er reich beschenkt ist, daß er das gefunden hat, was er eigentlich suchte : die Liebe zu Tulipan. Und sie ist bereit, ihr Leben mit ihm zu teilen. Puck ist glücklich vor Freude. Er tanz und hüpft in seinem Park umher, der grünt und blüht, wie es immer war.

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